Rudolf Drößler

 geboren:

18.5.1934

 Adresse:

Weinbergstraße 7       06712 Zeitz

 Telefon/Fax:

03441 / 25 10 06

 E-Mail:

   

Biografie: 

Geboren in Zeitz. 1952 Abitur. Studium von Germanistik und Astronomie in Leipzig und Potsdam. 1956 bis 1975 Lehrer und Fachberater für Astronomie an der Erweiterten Oberschule „Geschwister Scholl“ in Zeitz. Archäologische und kulturhistorische Studien. Ehrenamtlicher Boden- und Denkmalpfleger. Seit 1975 freischaffender Schriftsteller und Wissenschaftsjournalist. 1991 bis 1997 Stadtschreiber und Stadtchronist von Zeitz.

Bibliografie:

Bücher:

Wir beobachten den Himmel, 1963, Berlin, Verlag Volk und Wissen
Die Venus der Eiszeit. Entdeckung und Erforschung altsteinzeitlicher Kunst,1967, Leipzig, Prisma-Verlag (Lizenzausgabe in Polen 1983)
Als die Sterne Götter waren. Sonne, Mond und Sterne im Spiegel von Archäologie, Kunst und Kult, 1976, Leipzig, Prisma-Verlag, 3. Aufl. 1981 (Lizenzausgaben in der UdSSR auszugsweise 1979, der CSSR 1980, der Bundesrepublik 1981, der Estnischen SSR 1983, Ungarn 1986)
Kunst der Eiszeit von Spanien bis Sibirien, 1980, Leipzig, Koehler & Amelang (Lizenzausgabe in Österreich 1980)
Brücken in die Vergangenheit. Archäologische Sensationen der letzten Jahre, 1980, Leipzig, Urania-Verlag, 4. Aufl. 1990 (Lizenzausgaben in der Bundesrepublik 1980 und in Polen 1988)
Planeten, Tierkreiszeichen, Horoskope. Ein Ausflug in Mythologie und Wirklichkeit, 1984, Leipzig, Koehler & Amelang, 4. Aufl. 1990 (Lizenzausgabe für die Bundesrepublik 1985, für den Herder-Verlag Freiburg 1992)
Kulturen aus der Vogelschau. Archäologie im Luftbild, 1987, Leipzig, Urania-Verlag (Lizenzausgabe für die Bundesrepublik 1987)
Flucht aus dem Paradies. Leben, Ausgrabungen und Entdeckungen Otto Hausers, 1988, Halle, Mitteldeutscher Verlag
450 Jahre Schwanen-Apotheke Zeitz. Die Geschichte der Apotheke und ihrer Besitzer, 1989, Zeitz, Pharmazeutisches Zentrum
Astronomie in Stein.Archäologen und Astronomen enträtseln alte Bauwerke und Kultstätten, 1990, Leipzig, Prisma-Verlag, 2001, Wiesbaden, Panorama-Verlag
Handlesen, Kartenschlagen, Pendeln. Über die Scheinkunst des Wahrsagens wahr gesagt (gemeinsam mit Manuela Freyberg), 1990, Leipzig, Koehler & Amelang (Lizenzausgabe für den Herder-Verlag Freiburg 1994)
Zeitz und sein Landkreis (Fotos: Rosemarie und Thomas Kreil), 1992 Halle, Mitteldeutscher Verlag (Herausgeber Landratsamt Zeitz mit Unterstützung der Stadt Zeitz)
Zeitz und seine Gangsysteme, 1992, Zeitz, Interessengemeinschaft „Unterirdisches Zeitz e.V.“
Zeitz und die Michaeliskirche, 1992, Zeitz, Gemeinde St. Michael
Zeitz. Verbrechen und Skandale, 1992, Stadt Zeitz
Menschwerdung. Funde und Rätsel,1993, Leipzig, Urania-Verlag
Zeitz an der Straße der Romanik, 1993, Stadt Zeitz
Zeitz. Sagen und ihre Hintergründe, 1993, Stadt Zeitz
Zeitz, wie es früher war und lebte (Fotos: Hans Föppel), 1993, Gudensberg-Gleichen, Wartberg-Verlag
Romanische Bauten im Landkreis Zeitz, 1994, Landratsamt Zeitz
Zeitz. Zeit der Bischöfe. Band I und II, 1994, Stadt Zeitz
Zeitz, 75 Jahre Volkshochschule Zeitz, 1994, Burgenlandkreis
Zeitz. Stätte der Reformation, Band I und II, 1995, Stadt Zeitz
Zeitz. Führer durch die Altstadt, 1997, Stadt Zeitz
Zeitz. Das Rathaus,1997, Stadt Zeitz
2000 Jahre Weltuntergang. Himmelserscheinungen und Weltbilder in apokalyptischer Deutung, 1999, Würzburg, Echter Verlag
Geschichte meiner Bücher. Ein autobiographischer Rückblick, 1999, Halle, Förderkreis der Schriftsteller in Sachsen-Anhalt
Vom Herzoglichen Lustgarten zur Sparkasse Burgenlandkreis (Fotos: Thomas Kreil u.a.), 2001, Sparkasse Burgenlandkreis

Seit 1951 zahlreiche Artikel zu verschiedenen Themen in Zeitungen und Zeitschriften.

Theaterstücke:

Stoffel und der Zauberhut (mit Dieter Beer und Gerhard Gabriel), 1971, Uraufführung: Zeitz (Aufführungen in Bernburg und Annaberg)
Das Kapitalverbrechen oder Die tapfere Apothekerstochter,1992, Uraufführung: Zeitz
Historisches Spektakel mit Bänkelliedern, 1992, Uraufführung: Zeitz
Der Weltuntergang anno 1857, 1995, Uraufführung: Zeitz
Acht Bilder zur Geschichte des Brühls, 1995, Uraufführung: Zeitz

Arbeitsgebiete:

Sachbücher über Astronomie, Astrologie, Archäologie, Kulturgeschichte, Regionalgeschichte, Heimat- und Volkskunde, Sagen und Märchen

Themenangebote:

Die Lesungen richten sich, je nach Wunsch, an Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, wobei der jeweils unterschiedliche Kenntnisstand der Zuhörer berücksichtigt wird. Die Lesungen werden durch Lichtbilder unterstützt.

1. Eiszeitliche Höhlenmalereien und die abenteuerliche Entdeckung der frühesten Kunst
2. Die Neandertaler waren anders: Alte und neue Erkenntnisse im Streit um eine ausgestorbene Menschenform
3. Neueste Erkenntnisse über die Entwicklung des Menschen von seinen frühesten Vorfahren bis heute
4. Sonne, Mond, Planeten und Sternbilder im Leben, Glauben und Kult alter Völker
5. Zwei Skelette für 160 000 Goldmark. Das abenteuerliche Leben des Schweizer Archäologen Otto Hauser und das Schicksal seiner berühmtesten Funde
6. Sensationelle archäologische Entdeckungen der letzten Jahrzehnte
7. Kulturen aus der Vogelschau. Luftbilder enthüllen versunkene Städte, Dörfer, Gräber, Wehranlagen und Kultstätten
8. Archäologen und Astronomen enträtseln die astronomische Ausrichtung alter Bauwerke und Kultstätten
9. Steht unser Schicksal in den Sternen oder in den Händen? Eine vergnügliche Stunde über Astrologie, Handlesen und Pendeln
10. 2000 Jahre Weltuntergang. Alte und neue Ängste wegen des vermeintlichen Endes der Welt
 

Textprobe:

Sterndeuter und Sterndeutung

„Ich habe dir das Horoskop gestellt,

Vernimm durch mich den Spruch der Sternenwelt:

Du hast gewählt die beste Zeit auf Erden,

Die man nur wählen kann, rasiert zu werden“,

singt der „Barbier von Bagdad“, ein geschäftstüchtiger, aber geschwätziger Pfiffikus mit dem klangvollen Namen Abul Hassan Ali Ebn Bekar. Für die wichtige Prozedur des Bartscherens hat er dem verliebten Nureddin extra das Horoskop gestellt, denn dieser möchte sich seiner sehnsüchtig wartenden Margiana möglichst sanfthäutig und zärtlich nähern. Die turbulente Liebesgeschichte hat Peter Cornelius für das Libretto seiner komischen Oper einem Märchen aus „Tausendundeine Nacht“ entlehnt und dabei wichtige Elemente alten arabischen Geisteslebens mit aufgegriffen: Astrologie und Horoskop.
Der arabische wie jeder andere Astrologe oder Sterndeuter stellte und stellt seine Horoskope nach dem jeweiligen Stand von Sonne, Mond und Planeten in den zwölf Tierkreiszeichen, die die Sonne im Laufe eines Jahres scheinbar einmal durchwandert. Horoskop heißt nämlich soviel wie Stundenschau, weil es Ort und Lage der Wandelsterne zueinander und ihre Position im Tierkreis in einem ganz bestimmten Zeitpunkt angibt.
Natürlich wirkt es komisch, wenn sogar der Barbier zur Werbung für seine Dienstleistung die Gestirne bemüht und Horoskope stellt. Aber weit an der Wahrheit geht die amüsante Szene gar nicht vorbei. Den Arabern, und nicht nur ihnen, galt die Sterndeutung in des Lebens Freuden und Gefahren als unentbehrliche Hilfe und Kunst. Der Astrologe wurde daher für alle möglichen Ereignisse und ihre Konsequenzen zu Rate gezogen, ob es sich nun um familiäre Zwistigkeiten oder Kriege, um Empfänge von Gesandten oder sonstige Staatsaktionen, um den Beginn einer Reise oder die Grundsteinlegung für ein Gebäude, um die Stundenwahl für ein erquickendes Bad, eine unterhaltsame Schachpartie oder nur um schlichten Kleiderwechsel handelte. Die vermeintlich jede Lebensregung regierenden Horoskopgestirne und ihre Dolmetscher, die Astrologen, waren im allgemeinen Bewusstsein stets und ständig präsent.

Aus: „Planeten, Tierkreiszeichen, Horoskope“